Mit Minecraft durfte der ehemalige Entwickler Markus Persson und seiner daraus entstandenen Firma Mojang in den letzten beiden Jahren riesige Erfolge verzeichnen. Nach der relativ langen Beta Phase ist Minecraft im November 2011 offiziell für PC und Mac erschienen. Nach dem Release für iOS und Android liess auch die Xbox 360 Edition nicht lange auf sich warten und ist seit dem 9. Mai dieses Jahres als Download über den Xbox Marketplace erhältlich, für den Preis von 1600 Ms-Points.

Das Prinzip von Minecraft ist schnell erklärt und doch ist das Spiel unglaublich komplex. Nach der automatischen Erstellung einer Spielwelt auf Grund eines so genannten Level-Seeds findet sich der Spieler in einer bunten Idylle bestehend aus viereckigen Klötzen wieder. Eine richtige Storyline gibt es in Minecraft nicht. Ziel ist es, Ressourcen abzubauen um daraus Hilfsmittel wie Werkzeuge, Rüstungen oder eben auch neue Ressourcen zu schaffen. Kleines Beispiel: Als erstes beschafft man etwas Holz, indem man ganz einfach mit der Hand gegen einen Baum schlägt (klingt komisch, ist es auch). Das gewonnene Holz wird in eine Werkbank weiterverarbeitet. Auf der in der Spielwelt plazierten Werkbank kann man sich nun Holzstäbe machen, welche man wiederum für die Herstellung einer Holzaxt für das effektivere Abbauen von Holz verwenden kann. Da Holzwerkzeuge ja nun nicht wirklich das Wahre sind, bastelt man sich eben mal eine Holz-Spitzaxt. Mit dieser begibt man sich zu einem der vielen Steinvorkommen und schürft Steine, welche man zurück an der Werkbank für besseres Steinwerkzeug verwenden kann. Doch schon wird es dunkel und komisches gekeuche ist zu hören. Zombies! Die Werkzeugkiste in den Inventar gepackt und zum nächsten Hügel gerettet, buddelt man sich in die Erde und siehe da, ein zwei Blöcke unter der Erde stösst man auf Kohle. Diese lassen sich zusammen mit Holzstäben zu Fakeln verarbeiten. Das bringt Licht ins Dunkle. Da es draussen von bösen Kreaturen und Zombies wimmelt und wir uns noch nicht bereit zum Kampf mit Schwertern und Bögen fühlen, verbringen wir die erste Nacht in unserer kleinen beleuchteten Höhle. Die etwas mehr als 10 Minuten der Dunkelheit vertreiben wir uns damit, in schweisstreibender Arbeit noch etwas mehr Erz für Werkzeug und Waffen zu schürfen. Die Sonne in unserer Minecraft-Welt geht auf und zeitgleich meldet sich ein alter Bekannter auf Xbox Live an. Schnell das Headset aufgesetzt und den Freund in das Spiel geladen, begeben wir uns nun gemeinsam in neue Abenteuer - und genau hier beginnt der eigentliche Spass mit Minecraft: Zusammen eine kleine Welt formen, Dörfer errichten, komplexe Fallen entwickeln, sich in Minen begeben um nach Gold, Eisen und sogar Diamanten zu suchen, mit Minecarts auf Schienen durch Täler flitzen, einen Wolkenkratzer aus Glas bauen, Tiere jagen um daraus Essen, Rüstung und anderes herzustellen, gegen Zombies, Skelette oder die übelsten der Konsorte: Creeper kämpfen, mit TNT ganze Berge versetzen, mit Booten die Gewässer erkunden - es könnte beinahe ewig so weiter gehen.

Minecraft auf der Xbox unterscheidet sich von der PC-Version vom Spielprinzip her kaum. Das erste was sicher aufällt, ist das sehr ausführliche Tutorial, wo der Spieler in alle Mechanismen und Tätigkeiten eingeführt wird. Auch während des Spieles tauchen zumindest am Anfang stetig Informationen auf, welche einem zum Beispiel erklären, welches Erz man zu welchem Zweck verwenden kann. Dieses Feature lässt sich für Veteranen natürlich auch deaktivieren. Neu ist auch das Controller-konforme Crafting System, welches besonders den Neuzugängern etwas Arbeit abnimmt. So merkt das Spiel selber, welche Gegenstände und Werkzeuge auf Grund der vorhandenen Objekte im Inventar erstellt werden können. Das erspart den Blick ins Minecraft-Wiki, welches an dieser Stelle trotzdem jedem heiss zu empfehlen ist. Die Xbox 360 Edition wurde von den schottischen 4J Studios portiert. Die Arbeiten von Minecraft: Xbox 360 Edition begannen Schätzungsweise etwa vor einem Jahr und befindet sich so von den Möglichkeiten her gesehen noch im Beta Stadium. Erfahrungspunkte, Nahrungsbedürfnisse oder die Nether-Unterwelt gibt es noch nicht - mit betonung auf das Wort noch; Minecraft entwickelt sich auf dem PC rasant forwärts, das Selbe dürfte auch für die Xbox 360 Edition gelten und sicherlich dürfen sich die Spieler in Zukunft auf die genau selben Möglichkeiten wie jene in der PC-Version freuen. Wehrmutstropfen gibt es zumindest von den technischen Aspekten her gesehen. Die Weitsich begrenzt sich auf etwa 70 bis 100 Blöcke weit, womit wir bereits beim wohl grössten Manko sind: Ungleich der PC Version ist die Welt in der Xbox 360 Edition auf nur 1000 "Quadratblöcke" begrenzt. Nach 5 bis 6 Minuten Fussmarsch gelangt man bereits an den Punkt, wo man unsanft von einer unsichtbaren Wand gestoppt wird, welche sich in jedem Falle etwa 10 Meter von der Küste im Wasser befinden. Streng genommen, befindet man sich also auf einer Insel. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich dafür die Entwickler etwas einfallen lassen. Auch die Möglichkeit seine Spielwelten mit Freunden zu teilen wäre sehr wünschenswert, auch währe es schön, wenn man seine Spielfigur mit einem einfachen Editor ein anderes aussehen verleihen könnte.

Im Grossen und Ganzen aber vermag Minecraft: Xbox 360 Edition auf allen Linien zu überzeugen. Die unverwechselbare Harmonie und das Flair des Originals wird perfekt wiedergegeben, untermalt von der Musik von Daniel Rosenfeld (bekannt als C418). Das erforschen der Welt und Minen macht Spass und das tut es noch viel mehr, wenn man sich ein paar Freunde über Xbox Live oder gemeinsam am Bildschirm im Splitscreen dazuholt.  

Grafik

82/10

    Sound

    82/10

      Steuerung

      82/10

        Gameplay

        82/10

          Spieldesign

          73/10

            GESAMT

            8.02

            Tops

            • - Langzeitspass
            • - Mehrspielermodi

            Flops

            • - Veraltete Spielversion
            • - Allgemeine technische Umsetzung

            Minecraft

            Arcade

            Hersteller:
            Publisher:
            Releasedatum:
            09.05.2012